Telefonvotings - Der absolute Geldbringer
In Zeiten der Finanzkrise ist es verwunderlich, wie viel Geld die Deutschen für Telefonvotings ausgeben. Diese lukrative Einnahmequelle der TV-Sender und Telefongesellschaften wird immer beliebter. 258 Millionen Euro sollen insgesamt laut NZZ online (Mai 2006) geflossen sein. Die Zahlen steigen stetig an, ebenso wie die Sendungen, bei denen die Zuschauer aktiv aufgefordert werden, für ihren Lieblingskandidaten per Telefonvoting abzustimmen. Bei solchen Zahlen fragt sich der geneigte Leser, inwiefern sich die Finanzkrise bei den TV-Zuschauern, die hierfür ihr hart erarbeitetes Geld ausgeben, auswirkt. Ein Anruf, der meist mit 50 Cent aus dem deutschen Festnetz berechnet wird, ist sicherlich für die meisten Fernsehzuschauer zu verschmerzen. Die Sender erschaffen bewusst Emotionen und hier wird es für diejenigen Zuschauer kritisch, die dadurch den Hörer nicht mehr aus der Hand legen können. Schnell sind 50 Euro und mehr vertelefoniert. Immerhin hat man nun mit etwas Glück den gewünschten Kandidaten im Finale oder in der Band und zum Sieg verholfen. Deutschland sucht den Superstar, Big Brother oder Popstars, um nur einige Castingformate, bei denen die Zuschauer aktiv mitbestimmen können, zu nennen. Schade um das schöne Geld, wenn, wie bei der amerikanischen Castingshow “Making the Band“, eine Gesangstruppe wie Danity Kane ervotet wird, die sich dann nach kurzem Bestehen trennt. Gründung 2005, Auflösung 2009 - immerhin zwei Alben können die fleißigen Anrufer nun ihr Eigen nennen.